Liebe Kolleginnen und Kollegen im Außenhandel und in der Spedition, bitte beachten! Ab Ende Oktober veröffentlichen die drei großen Reedereien Maersk, CMA CGM und Hapag-Lloyd dicht aufeinander Ankündigungen über die Erhebung eines Peak Season Surcharge (PSS) auf Routen nach Ostafrika, Südafrika, Westafrika und zu den Inselstaaten im Indischen Ozean. Diese Preiserhöhungsrunde umfasst viele Routen und fällt deutlich aus; die meisten sind mit „bis auf Weiteres“ gekennzeichnet und stellen eine systemische Preisanpassung auf Afrikarouten dar.
📌 Übersicht der PSS-Preiserhöhungen nach Route
✅ Ostafrika- & Indischer-Ozean-Route
- Maersk | in Kraft ab 9. November
- CMA CGM | in Kraft ab 1. November 300USD/TEU
- Hapag-Lloyd | in Kraft ab 1. November 800USD/TEU
✅ Südafrika-, Mauritius- und Inselstaaten-Route
- Maersk | in Kraft ab 9. November
- CMA CGM | in Kraft ab 1. November 300USD/TEU
- Hapag-Lloyd | in Kraft ab 3. November 500USD/TEU
✅ Westafrika-Route (zonenbasierte Preisgestaltung)
- CMA CGM | in Kraft ab 22. Oktober (Kurzfristverträge für Trocken- und Kühlcontainer)
- Maersk | in Kraft ab 26. Oktober
- Hapag-Lloyd | in Kraft ab 25. Oktober
📈 Zwei zentrale Gründe hinter der Preiserhöhung
- Die Rotes-Meer-Krise hält an, Schiffe fahren um das Kap der Guten Hoffnung
- Strukturelle Schwachstellen der Afrikarouten selbst
Die Seefrachtkosten auf Afrikarouten machen etwa 11,4 % des Warenwerts aus und liegen damit über dem globalen Durchschnitt; steigende Zuschläge drücken direkt die Auftragsmarge.
⚠️ Drei zentrale Risikohinweise für Spediteure & Exportunternehmen
- Risiko der Kostenkalkulation
- Komplexe Abrechnungsregeln, unbedingt Buchung für Buchung bestätigen
- Risiko von Vertragsstreitigkeiten
✅ Praktische Handlungsempfehlungen
✅ Buchung für Buchung prüfen: Abgangsort, Bestimmungshafen, Containertyp, Buchungsart, PCD-Abrechnungsregeln und schriftliches Angebot aufbewahren;
✅ Versand zu Nebenzeiten: überfüllte Fahrten am ersten Tag der Preiserhöhung vermeiden, Frachtvolumen nach Möglichkeit aufteilen und Schiffstermine streuen;
✅ Verträge verbessern: Bei langfristigen Aufträgen Klauseln zur Änderung von Zuschlägen hinzufügen und die Kostenaufteilung für PSS, BAF usw. vereinbaren;
✅ Kontinuierliche Beobachtung: Diese Zuschläge gelten alle „bis auf Weiteres“, weitere Preiserhöhungen sind auch künftig möglich, daher die Ankündigungen der Reedereien weiter verfolgen.
💬 Zum Schluss
Die hohe Kostenstruktur auf Afrikarouten lässt sich kurzfristig kaum umkehren. Neben der passiven Reaktion auf steigende Zuschläge können Außenhandelsunternehmen, die den afrikanischen Markt intensiv bearbeiten, auch frühzeitig Vorlauf- bzw. Frontlager, lokalisierte Betriebsabläufe und die Erschließung von Rückfracht aufbauen, um die Abhängigkeit von einem einzigen Seefrachtweg zu verringern.
Der Artikelinhalt dient nur als Referenz und stellt keine Anlageempfehlung dar.